Eure Frage – Unsere Antworten

Wie seid ihr auf den „Peking Express“ gekommen?

Marc hat einen Aufruf im Werbebreak des RTL Senders im letzten Frühsommer gesehen mit dem Aufruf das „Abenteuer deines Lebens“ erleben zu können. Bebildert war der Trailer mit den Aufnahmen der belgischen Staffel die zu diesem Zeitpunkt gerade im holländischen und belgischen Fernsehen mit großem Erfolg lief. Da wir beide ohnehin vorhatten, noch im Sommer für ein halbes Jahr nach Asien zu gehen, interessierte uns der Aufruf besonders. Wir redeten kurz darüber und waren uns schnell einig, dass wir es versuchen sollten dort mitzumachen. Marc lud uns den Bewerbungsbogen im Internet runter und wir machten uns ans Werk, an einem lauen Sommerabend mit einer Schüssel voller Pasta und den Kopf voll wilder Ideen. Wir wurden dann auch tatsächlich zum Casting eingeladen und nahmen es gern wahr.

Wie war das Auswahlverfahren, also das Casting?

Beim Casting warteten außer uns noch jede Menge anderer Paare. Und komisch – man schaut die Leute dort dann auch so an - ob man sich vorstellen könnte gemeinsam mit ihnen auf diese Reise zu gehen. Man kam schnell ins Gespräch und es wurde ein sehr netter Nachmittag in Köln. Neben dem ausfüllen von ganz normalen Fragen, gab es ein Vorstellungsgespräch in dem man die Paare besser kennen lernen wollte und dann wartete ein Fitnesstest auf uns. Alles nichts dramatisches, eher sehr locker und Vertrauens einflössend. Aber wir waren uns auch sicher, dass die Konkurrenz der anderen Paare bei weitem nicht zu unterschätzen sei. Keine zwei Wochen später gab es dann ein vorläufiges GO! welches aber nur hieß, das wir jetzt zum physischen und psychischen Test antreten durften (ärztlicher Routinecheck ob wir das aushalten würden und ein Psychologe der schaute ob wir der Aufgabe gewachsen seien). Und erst wenn auch der bestanden war, war man schon fast drin. Und wir zwei hatten Glück: man wollte uns und lud uns ein auf die Reise nach Peking zu gehen. Das war eine Aufregung!!!! Und der Rest der Zeit verflog dann sehr sehr schnell……

Wie habt ihr euch auf die Reise vorbereitet?

Auf die Reise vorbereitet haben wir uns in vielerlei Hinsicht. Erst einmal wollten Familien und Freunde davon informiert sein. Das war nicht ganz so leicht bei unseren Eltern – na klar hatten sie auch Angst um uns, wir wussten ja, dass unsere Lieben während der ganzen Reise keinen Kontakt mit uns halten könnten. Und dann noch diese unbekannten Länder … aber unsere große Freude zerstreute ihre Sorgen und alle verfolgten mit Spannung unsere Vorbereitungen. Da hieß es erstmal einen guten Outdoorladen finden: das Blackfoot in Köln eignete sich dafür besonders. Wir verbrachten unzählige Stunden dort …. es wurde unser zweites Zuhause in dieser Zeit. Wetterfeste Kleidung, für jede Witterung, war uns extrem wichtig. Denn wenn schon im Regen stehen dann wenigstens mit Kleidung die sich dadurch nicht abschrecken lässt. Ja und der Rucksack musste passen, und die Schuhe durften nicht kneifen. Zum Glück hatten wir durch unsere eigenen Reisen schon jede Menge Sachen daheim, aber trotzdem lernten wir noch viel über das „Überleben“ auf diesem Trip. Dann wanderten wir auch mal mit den gefüllten Rucksäcken 15 Kilometer in der Eifel, es war brüllend heiß und unsere Füsse wollten gar nicht glauben was wir da vorhatten. Aber es diente ja dem guten Zweck ;-). Marc brachte mir das abseilen bei, man konnte ja nie wissen in welche Situationen wir geraten könnten …. Wir erhöhten unseren Sportpegel und übten am Abend das richtige packen des Rucksacks. Wir schrieben uns Packlisten und unsere Haustür war bekleistert von lauter kleinen Zetteln was wir noch alles besorgen müssten. Ach ja, und Kauderwelsch Wörterbücher für russisch, mongolisch und chinesisch hatten wir. Leider haben wir nie wirklich einen Blick hineingeworfen, in der Aufregung hatten wir nicht die Nerven uns was zu merken. Und die eilig eingelegte Russisch CD für Anfänger lief bei uns auch nur als Hintergrundmusik. Ich meinte zu Marc, dass mein schon seit zehn Jahren vergrabenes Russisch sicher wieder hervorkommen würde wenn wir erstmal auf der Reise wären. Die wichtigsten Sätze hatte ich mir schon angeschaut, aber nichts Weltbewegendes. So hofften wir beide das es reichen würde … Aber das soll auch heißen das wir voll aufgeregt waren und die Zeit schwand furchtbar schnell dahin. Die letzte Nacht vor der Reise haben wir kaum geschlafen … das Abenteuer war nun so nah!

Von wann bis wann fand das Rennen statt?

Das Rennen startete am 13.August letzten Jahres und ging über 12 Etappen wobei jeweils eine Etappe zwischen 3-4 Tage lang war.

Waren Kameraleute mit euch unterwegs?

Jedes Team hat einen Kameramann mitgehabt. Dieser saß mit uns im Auto und machte die Aufnahmen. Es wurde also immer sehr sehr eng für uns alle: drei Menschlein, zwei Rucksäcke von nicht zu unterschätzendem Ausmaß und eine Kamera die auch nicht gerade die Größe einer Snapshot Camera hatte. Aber ohne Kamera keine Sendung – alles eine Sache der Gewöhnung (Anja’s Platzangst haben wir so jedenfalls kuriert)!

Wie war der Kontakt zu den Kameraleuten?

Von Seiten der Produktion war es wichtig, dass die Teams keinen Kontakt zu den Kameraleuten aufbauen. Jede Woche bekam jedes Team einen anderen Kameramann und dieser hatte nur zu filmen und nicht mit uns zu kommunizieren oder Tipps zu geben. Das hat auch ganz gut geklappt. Aber natürlich, diese Augenwischerei sei hier genommen, hat man mit der Zeit der Reise auch alle Kameramänner gekannt und kleine Bindungen aufgebaut – sei es positiver oder negativer Art. Den Rennverlauf hat das jedoch niemals beeinflusst, die Regeln waren für alle gleich und auf deren Einhaltung wurde von Seiten der Kameraleute sehr Acht gegeben. Also gab es wenig Kontakt, aber er war da.

Wie lange hat man durchschnittlich auf eine Mitfahrgelegenheit gewartet?

Das war sehr unterschiedlich. Hatte man Glück konnte der nächste Hike schon nach zehn Minuten stehen bleiben. Aber oftmals stand man schon ein oder zwei Stunden – das war so das Mittelmaß das man einrechnen musste an einer mäßig befahrenen Strasse. Aber Marc und ich haben auch schon zwischen drei und fünf Stunden gestanden. Und dann wird es wirklich haarig … dann sinkt der Mut auch schnell mal. Aber das gehört dazu, vor allem wenn man sich in sehr wenig befahrenen Gegenden aufhält.
Das warten auf Autos war am Anfang schwieriger als nach ein paar Wochen. Am Anfang glaubte man nach einer Stunde Stehzeit schon das man hier wahrscheinlich nie wieder wegkommt. Später auf der Reise wusste man, dass nach anderthalb Stunden Stehzeit sicher ein Auto kommen würde das uns mitnimmt. Man wurde also immer relaxter was das trampen anging ….

Wie war das Kandidatenverhältnis untereinander?

Wie schon einmal erwähnt waren wir eine bunte Truppe die sich, dafür das wir uns erst zu Beginn der Reise alle kennen lernten, sehr gut verstand. Aber wie auch im wahren Leben bildeten sich natürlich Grüppchen. Marc und ich verstanden uns am besten mit Pia und Janine und mit den Jungs, Stefan und Steffen. Das ist einerseits sicher im Alter begründet und dann auch an denselben Interessen und Einstellungen. Mit Pia und Janine verbindet uns seither eine tolle Freundschaft weit über die Reise hinaus. Aber auch mit den anderen hat man sich gern zusammengesetzt, sich ausgetauscht, in den Tentcamps gemeinsam gekocht und auch mal über anderen Themen als nur die Reise oder das Rennen gesprochen. Zum Beispiel über ganz alltägliche Dinge wie: Blasen an den Füssen, Erkältungen wegen der wechselnden Wetterbedingungen, die Möglichkeiten zum Haare waschen, die viele schmutzige Wäsche die irgendwie einer Reinigung bedurfte usw. Wir hatten alle ein herzliches offenes Verhältnis zueinander, auch wenn sich im Laufe der Wochen zwischen manchen Teams Fronten gebildet haben.

Gab es viel Streit unter den Kandidaten?

Nein, viel Streit gab es nicht. Erinnern können wir uns an einen Streit bei dem es um eine ziemlichnormale Sache ging: nämlich wer denn nun wann und in welchem Maße für das kochen im Tentcamp zuständig sei. Offen ausgesprochen gab es nur einen Streit, dabei ging es um das kochen im Tentcamp. Eine völlig normale Sache unter Menschen die sich nicht kennen und gerade anfangen sich gegenseitig abzuchecken.
Aber sonst gab es keinen, offen ausgesprochenen, Streit unter den Kandidaten. Nur durch die Interviews die während der Etappen gegeben wurden hört man jetzt, vor dem Fernseher sitzend, so manche Sache die einem die Ohren verschlagen lassen. Ob wir damit gerechnet haben? Sicher nicht, man hat es geahnt das es Teilnehmer gab die hinter dem Rücken anderer Teilnehmer geredet haben, aber wirklich fest damit rechnen wollten wir nicht. Es war uns auch keinen Gedanken wert während der Reise darüber nachzudenken.

War es hart sich gegen die anderen zu behaupten ohne sich gegenseitig an die Kehle zu springen?

Nein das kann man so nicht sagen. Wir waren bunt zusammengewürfelte 16 Leutchen die sich auf eine Abenteuerreise begeben haben. Niemand sah es als einen harten Kampf gegeneinander. Sicher war es auch ein Rennen, jeder wollte vorwärts kommen – aber nicht jedes Team wollte das um jeden Preis. Die Vorgehensweisen der Teilnehmer sind so unterschiedlich wie die Charaktere aller Teams generell. Eben eine bunte Mischung deutscher Reisender. Und da man ja ohnehin nur im Zweierteam gereist ist, gab es wenig Zeit für ein Aufkommen von „Nahkämpfen“. Man sah sich mal kurz an der Strasse, fuhr vielleicht miteinander eine Strecke und dann sah man alle Teams erst wieder im Ziel jeder Etappe. Und dort wurde natürlich geratscht, erzählt und ausgetauscht. Natürlich kommen dann immer wieder Gerüchte auf wie wer mit welchen Mitteln vorwärts gekommen sein könnte. Aber das ging selten über das Ziel hinaus. Man war nach ein paar Wochen schon sehr im Rennfieber und jeder versuchte auf seine Weise mit dem dadurch entstehenden Druck fertig zu werden. Die einen haben sich zurückgezogen, die anderen lauthals ihre Meinung kundgetan, die anderen konzentrierten sich auf das eigene Team und wieder andere hielten sich da völlig raus. Wirkliche Entgleisungen gab es während der Zusammentreffen nie, keiner hat geschrien, gepöbelt oder sonst etwas schlimmes.
Wir haben immer versucht das Beste zu geben ohne zuviel Druck aufzubauen oder uns mögliche Spannungen unter den Teams zu nahe kommen zu lassen. Wir waren dabei aus Spaß und das blieb auch so.

Ist „Peking Express“ nicht nur eine auf die Quoten reduzierte Show und viel zu komprimiert um wirklich etwas von den Menschen zeigen zu können?

Wir hoffen, dass dem Zuseher schon ein Einblick in das Leben der Menschen unserer Reise geboten wird. Während der Reise stimmte es uns sehr froh, dass wir sicher mit Vorurteilen aufräumen würden können. Das Russen eben nicht nur Vodka trinken, sondern das es äußerst warmherzige, offene, gastfreundliche Menschen sind die über alle Maßen zu helfen bereit sind. Eine Erfahrung die wir nie vergessen werden und die uns ganz tief im Herzen verankert bleibt. Und wir denken und hoffen, dass es auch dem Zuseher möglich ist, das zu erkennen, trotz allem Renncharakter der Sendung und der Kürze der Zeit von 70min netto.
Sicher geht es beim Fernsehen auch immer um Quoten, über diese kommen die Werbekunden und über diese wird das private TV erst wirtschaftlich. Daran ist denken wir, nichts auszusetzen. Und das RTL mit diesem Format einen neuen Weg eingeschlagen hat, das sollte auch honoriert werden. Wir haben schon von vielen gehört die keine potentiellen RTL Seher sind, dass sie den „Peking Express“ schauen gerade weil er so anders ist. Aber das ist natürlich auch ein schwerer Stand für solch ein Format, wenn es aus der Rolle fällt und das bekannte zu erweitern gedenkt. Das die Sendung nur 70min lang ist, ist auch für uns schade. Sicher fallen dadurch viele Erlebnisse durch den Schnittrost, aber das ist doch normal. Man hat die schönsten Sachen in die Etappen geschnitten und je weniger Paare es sind desto mehr wird man auch sehen vom Land und den Leuten. Nur Geduld ….

Wer hat gewonnen?

Natürlich werden wir hier auf unserer Homepage nicht vorwegnehmen wer gewonnen hat. Das ist uns vertraglich nicht erlaubt und die Spannung soll ja aufrecht bleiben. Auf dieser Seite wollen wir, nur im Rahmen der RTL Ankündigungen, auf die nächste Folge hinweisen und direkt nach Ausstrahlung der Folge bekommt ihr was auf die Augen: nämlich unsere Erfahrungen der jeweilig aktuellen Etappe. Und das soll auch so bleiben – bis ja bis unsere Zeit eben abgelaufen ist …

Wird es eine „Making-of“ Folge geben?

Dazu können wir zumindest soviel sagen das diese Folge gedreht wurde. Aber ob sie gezeigt wird steht in den Sternen und hängt sicher auch von den Einschaltquoten der kommenden Wochen ab.

Habt ihr Kandidaten noch Kontakt untereinander?

Zu Pia und Janine haben wir nach wie vor einen sehr guten Kontakt. Uns verbindet eine enge Freundschaft, wir telefonieren jede Woche ein paar Mal und sehen uns auch regelmäßig und gehen gemeinsam in Köln aus. Sonst haben wir eher wenig Kontakt mit anderen Teilnehmern, mit Meik noch ein paar Mal über Mail, sonst eher sporadisch mit Harald und Stefan aber auch nur per Mail.

Warum gibt es nicht EIN Forum für ALLE Kandidaten?

Das haben wir uns auch lange gefragt und da es von RTL Seite zwar die Peking Express Homepage gibt, aber ohne Forum, haben wir uns für eine eigene Homepage entschieden auf der diskutiert werden darf und Fragen beantwortet werden. Harald ist sehr aktiv in anderen Foren, Hans-Jörgen hat eine eigene Homepage, aber sonst gibt es derweil keine Kandidaten mit eigener Homepage oder ein gemeinsames Forum. Leider – aber wir hoffen das unsere Seite ein wenig zum Trost beitragen kann.