Die 7. Etappe von Irkutsk nach Ulan-Ude

 

Und ab geht es in die letzte Etappe der Russland Reise. Sehnsüchtig schauen wir zurück, freuen uns aber auch auf den Baikalsee. Das wird eine spannende Etappe und ein würdiger Abschluss der letzten vier Wochen. Ja, man mag es kaum glauben, aber wir sind schon seit einem Monat unterwegs. Ein wenig Heimweh stellt sich zwischendurch immer mal wieder ein, aber das ist ja auch irgendwie normal wenn man so gar keinen Kontakt mit den Lieben halten kann. Marc wird in zwei Tagen Geburtstag haben, am letzten Tag der Etappe. Mal schauen wo wir dann sein werden.

Ein schwieriger Anfang aber viele Helfer in der Not
Da wir in der vorherigen Etappe als Vorletzte ins Ziel gekommen sind und die letzten, Stefan und Steffen, leider den Peking Express verlassen mussten, stehen wir auf dem letzten Rang was den Start am Morgen angeht. Das hieß bisher dann immer, in 10 Minuten Abständen starten die Teams nacheinander, man wartete also gute 50 Minuten bis auch das letzte Team los durfte. Diesmal war es etwas anders: jedes Team wurde an einen anderen Punkt der Stadt gebracht, und wir als Ranglistenletzte, was das Starten anging, wurden an den denkbar schwersten Platz der Stadt gebracht. Und da uns keine Stadtkarten ausgehändigt wurden, wussten wir natürlich nicht in welche Richtung man trampen sollte. Aber wir hatten Glück, sehr großes Glück. Gleich den ersten Fahrer der uns entgegenkam überzeugten wir davon das wir dringend Hilfe benötigen und er fuhr uns an die Stadtgrenze. Was für ein Glück, wir waren happy und starten gleich weiter. Und kaum den Daumen rausgehalten hielt auch schon ein weiterer Wagen. Der Fahrer: ein asiatisch aussehender Mann der es scheinbar recht eilig hatte. Aber er nahm uns gern mit und lauschte unseren Reiseerzählungen.

Raucherentwöhnung auf russisch
Das einzig komische an der Sache: während der Reise nahm er eine Zigarette nach der anderen aus seiner Packung und hielt den Arm mit der Zigarette aus dem Fenster und zerbröselte den Glimmstengel ohne ihn einem Feuer auch nur näher gebracht zu haben. Sehr lustig! Marc fragte ihn dann auch was das Problem sei und man kam schnell darauf das der Fahrer sich gern das Rauchen abgewöhnen möchte und immer wenn ihn nach einer Zigarette gelüstet dann zermalmt er eine zwischen den Fingern. Aber: das tat er ununterbrochen die ganze Fahrt über, mensch was musste der Arme für ein Kettenraucher gewesen sein…..
Als er dann geradeaus weiterfahren will, lädt er uns ab und wünscht alles Gute – wir ihm auch, fürs rauchen abgewöhnen.

Viele Tramper und nur ein Wagen der hält
Es ist ein kleiner Rasthof und Marc fragt zwei junge Leute ob sie uns ein Stück mitnehmen können, denn die Kreuzung an der wir nach links abbiegen müssen liegt nur ungefähr fünf Kilometer vor uns. Sie willigen sofort ein und brausen ab mit uns. Keine zehn Minuten später stehen wir mit ungefähr zehn anderen jungen Leuten auf einem Sandplatz mit einem Bushäuschen in der Mitte. Was uns erst im Laufe der Zeit bewusst wird: diese Menschen warten nicht auf den Bus sondern trampen! Himmel hilf, was für eine Konkurrenz! Und der Tramperethos sagt ja eigentlich das erst die trampen und wegfahren dürfen, die vor dir da waren. Wir packen unser Essen aus und harren der Dinge. Als dann ein Auto hält und ein russisches Mädchen auf den Wagen zuläuft, sehen wir wie der Fahrer bei ihrer Anfrage abwinkt und nach uns schaut. Ok, dachten wir uns, dann versuchen wir mal unser Glück. Und tatsächlich: wir werden mitgenommen, nicht ohne ein schlechtes Gewissen den anderen Trampern gegenüber – aber scheinbar wollten die wohl in eine andere Richtung als der Fahrer nun fuhr. Wir konnten nur mutmaßen. Unser Fahrer war sehr jung und hatte lustige Plüschtiere überall im Auto hängen. Gern hätten wir ihm auch eines als Dank gegeben, aber wir hatten ja jeder nur eines dabei – und die hatten wir selbst geschenkt bekommen, damals nach unserer „Luxusherberge“. Und die wollten wir nicht herschenken (schmücken sie ja jetzt unser Regal daheim in Köln und erinnern jeden Tag an die tolle Reise). Der junge Mann raste mit uns über eine Baupiste, die Strasse war grad erst im Entstehen begriffen, und während wir Angst um sein schönes Auto hatten hielt er diese Fahrverhältnisse anscheinend für total normal. Im nächsten Dorf, wir waren gute 60 Kilometer mit ihm mitgefahren, setzte er uns ab und wir wussten das der Baikalsee ganz in unserer Nähe war. Die Aufregung stieg, denn bereits zu Beginn der Etappe wurde uns gesagt, dass die ersten beiden Teams die am Baikalsee ankommen mit den Schiff übersetzen dürfen, die anderen Teams müssen um den See herum trampen. Ein toller Anreiz schnell zu sein, und so langsam waren wir bisher nicht vorwärts gekommen.

Der entscheidende Hike zum Baikalsee
Und nun saßen wir fest und alberten an der Bushaltestelle herum, futterten Karotten die uns unsere letzte Gastfamilie geschenkt hatte, und genossen die Sonne. Dann fuhr ein Jeep an uns vorbei, wir riefen, winkten, klatschten – aber er fuhr eben vorbei. Machte nix, wir futterten wieder Karotten und harrten der Dinge die da kommen sollten: Autos waren keine in Sicht. Eine viertel Stunde später kam dann wieder der Jeep an uns vorbei. Diesmal hielt er aber an und fragte was wir hier tun würden. Wir klärten ihn auf und da auch er auf dem Weg an den Baikalsee war um mit einem Freund fischen zu gehen, nahm er uns mit. Der Wagen war der Hammer: riesengroß, Leder, Klimaanlage. Wir fühlten uns wie die Könige und schickten ein Stoßgebet zum Himmel aus lauter Dankbarkeit für diesen Wahnsinnstag. Dabei erfuhren wir auch den Grund für diesen Wahnsinnswagen: unser Fahrer war der Polizeichef von Irkutsk!! Holla die Waldfee, na da waren wir ja mal sicher aufgehoben. Wir fuhren über Sandstrassen, es staubte tüchtig und neben uns erstreckte sich die tollste Flora und Fauna die wir bisher wohl gesehen hatten. Und dann kam dieser Augenblick den wir nie vergessen werden: hinter einer Bergkuppe sahen wir ihn endlich! Den Baikalsee. Ein absolut atemberaubender Blick, ein Moment den man so schnell nicht vergisst. Unwahrscheinlich groß, gigantische Ausmaße, glasklares Wasser, fantastische Berge, umwerfender Rundumblick. Wir fassten uns an den Händen und waren einfach nur glücklich – so lange waren wir schon unterwegs und nun belohnte uns die Natur für die auch ausgestandenen Strapazen. Toll, toll, toll…..

Checkpunkteinlauf – wievielter werden wir sein?
Als wir am Hafen ankamen, der überschaubar klein war, sahen wir noch kein anderes Team. Und dann die schöne Nachricht – wir waren die ersten. Hatte das Tramperglück uns wieder besucht – juhu! Wir freuten uns wie die Schneekönige. Beide wollten wir gern per Schiff den ältesten und tiefsten See der Erde überqueren, und es sollte wahr werden. Und dann flossen doch ein paar Tränen als wir später auf den Berg krochen und den Blick über den See bekamen: wir grüssten unsere Familien und Freunde und waren einfach nur sprachlos ob der Gewaltigkeit der Gegend.
Susanne und Meik waren die zweiten die ankamen und wir freuten uns auch für sie. Gehofft hatten wir natürlich das die Mädchen den Hafen als Zweite erreichen würden, da wir sie schon so lieb gewonnen hatten, aber sie schafften es eben nicht rechtzeitig. Als alle Teams da waren, war gerade noch Zeit um den Tag aufzuarbeiten und zu erzählen und schnell etwas zu essen, dann mussten wir vier auf die Fähre und die anderen mussten schnellstens weitertrampen denn der Hikeschluß kam bedrohlich näher. Erst einmal auf der Fähre nahmen die neuen Eindrücke gar kein Ende – wir sahen vor uns die Insel Olchon und wussten wir würden dort übernachten dürfen.

Diese Insel – ein wahres Kleinod Sibiriens
2 000 Einwohner hat die Insel, davon leben 1 500 im Hauptort Chuschir. Nur die westliche, durch starke Winde versteppte Seite Olchons ist besiedelt. Auf der landschaftlich reizvolleren, bewaldeten Ostseite ist es stets kühler und es gibt Steine statt eines Sandstrands. Der Blick über den blauen, bis zu 1 600 Meter tiefen Baikalsee, der rund ein Fünftel des weltweiten Trinkwasservorrats enthält, ist hier indessen weiter. Als wir mit den Autos zum Dorf fuhren, ging die Sonne langsam unter und brachte uns einen Sonnenuntergang der unbeschreiblich intensiv war. Die starken roten Farben gaben einen herrlichen Kontrast zu den Bergen und dem glitzernden Wasser des Baikals. Wir fühlten uns ganz leicht und verstummten als wir uns dieses Naturschauspiels bewusst wurden. Diese Reise war schon jetzt mit Abstand das Beste was wir je erlebt hatten, mit allen Höhen und Tiefen. Wir dankten Gott dafür und als wir in der Gastfamilie ankamen wurde alles noch netter.

Russisches Sushi zum Abendessen
Die Familie zeigte uns wie sie sich auf den Winter auf der Insel vorbereiten, das sie sich im Sommer von Wild ernähren das sich auf der Insel aufhält, und im Sommer von Fisch. Recht einseitig möchte man meinen, aber sie pflanzen auch genügend Gemüse im Garten an und bereiten den Fisch auf nur jede erdenkliche Art und Weise zu. Unsere Gastmami hatte einen, vorher ausgenommenen, riesengroßen Fisch (Omul) zwei Tage in eine Salzlake eingelegt und als wir am Tisch saßen schnitt sie diesen, praktisch rohen, Fisch in Happen und reichte sie uns. Marc’s Augen strahlten, er liebt Sushi – und das hier sah nach russischem Sushi aus, mit einem Fisch aus dem Baikalsee. Marc aß den Fisch und sein Strahlen wurde immer breiter – das schmeckte herrlich. Man erzählte uns, dass hier auf dieser Insel, in dem Dorf, auch die „Sternenflüsterer“, die ZDF Dokumentation, gedreht wurde.

Nur 3 Stunden Strom an jedem zweiten Abend und kein fließend Wasser
Wir konnten uns vorstellen wie schwer es hier im Winter sein musste, die Bauern hier verrichten schwere körperliche Arbeit, Frauen und Kinder sind davon nicht ausgenommen. Fließendes Wasser gibt es nicht auf Olchon, und Elektrizität nur drei Stunden an jedem zweiten Abend. Wasser kommt auch hier aus einem Brunnen im Garten der Familie, alles Wasser was benötigt wird, zum kochen oder waschen, muss hereingetragen werden. Die Frau erzählt uns, daß sie eigentlich vom Festland kommt, ihr Mann ist auf der Insel geboren. Sie wohnen gemeinsam seit 27 Jahren hier und haben eine Tochter im Alter von 13 Jahren. Aber sie sagt auch, dass es sehr sehr hart ist hier zu wohnen und sie vielleicht einmal wieder zurück aufs Festland gehen werden. Gegen 24 Uhr heißt es dann die Bettfedern aufsuchen: wir fühlten uns sehr wohl bei der Familie und schliefen besonders fest auf der Insel.

Schamanen als Wurzel der sibirischen Zivilisation
Am nächsten Morgen um 7.30 Uhr geht es zum Hafen des Dorfes. Wir werden auf einen Fischkutter gebracht und fahren auf den See hinaus. Dann erblicken wir den schamanischen Felsen, den Fels Burchan. Olchon ist ein Treffpunkt für Schamanen aus der ganzen Welt. Im ekstatischen Tanz nehmen sie Kontakt zu verstorbenen Geistern auf, die ihnen die Kraft verleihen, zu heilen, in die Zukunft zu sehen oder Unheil zu verhindern. Der letzte einheimische Schamane ist vor einigen Jahren gestorben, aber die Heiligtümer der Insel sind geblieben. Sibirien gilt bis heute als die originäre Region der Schamanen. Schamanistische Praktiken lassen sich dort 5000 Jahre zurückverfolgen. In keinem anderen Kulturraum waren Zivilisation und Kunst so tief mit dem Schamanismus verwoben wie in Sibirien. Dabei wird das Wort "Schamane" auf das tungusische Wort "Saman", "Haman" zurückgeführt und bedeutet "rasend", "exaltiert". Schamanen in Sibirien waren zu gleicher Zeit Hellseher, Wunderheiler und Träger einer ungewöhnlichen Weltanschauung. Von der Lebensart und vom Äußeren her unterschieden sie sich kaum von den anderen Leuten. Sie betrieben Kunstgewerbe, gingen auf die Jagd und den Fischfang wie die anderen Leute es taten. Während die einfachen Leute das Essen (Fisch, Beeren, Fleisch) für lange Winter vorbereiten, ist der Schamane gezwungen die umliegenden Dörfer zu besuchen und den Einwohnern zu helfen. Deshalb waren die Schamanen oft auf den kalten Winter nicht vorbereitet. Die Schamanen waren niemals reich. Die Geldsumme, die sie von den Verwandten der Kranken bekamen, war oft sehr niedrig. Die Schamanenarbeit wurde sehr selten hoch bezahlt. Wenn das passierte, erinnerte sich der Schamane an diesen Fall noch lange. Wir konnten den Blick gar nicht lösen von der Schönheit der Felsen und doch war es dann nötig denn wir wurden zum Bonusspiel der Etappe gerufen.

Ein Tag im Leben eines Fischers
Beim Spiel sollten wir die Arbeit der Fischer vom Baikalsee nachempfinden. Es galt, das Fischernetz einzuholen, einen Fisch auszunehmen und eine Fischmahlzeit zuzubereiten. Klang alles nicht sooo schwer, war aber, wie so oft, leichter gesagt als getan. Das fing ja schon beim Netzeinholen an. Das Netz wurde vom Fischerboot hinterher gezogen und war ordentlich groß, man musste ziehen aber mit viel Gefühl damit das Netz nicht riss, an den Rändern des Netzes waren Korken befestigt damit man besser danach greifen konnte. Da das Wasser des Baikal nur knappe 15 Grad hat, wurde es auch in unseren Händen echt eisig. Wenn sich dann ein Fisch im Netz verfangen hatte, musste man ihn mit Bedacht und schön langsam mit einem gekonnten Dreh aus dem Netz befreien: man achte darauf das weder Netz noch Fisch schaden nehmen! Nich so einfach, wir hatten zwei Fische im Netz und Marc übernahm die edle Aufgabe das Tier zu retten. Er machte das scheinbar ganz gut, der Fischer nickte dabei wohlwollend. Nachdem auch Maik und Susanne die Aufgabe bestritten hatten, gab es die zweite Aufgabe: den Fisch ausnehmen. Gott sei Dank kann das immer nur einer machen: Marc durfte sich dabei als Mann bezahlt machen. Ich kriegte kaum Luft als der Fischer vormachte das man den Fisch auf den Bauch aufsetzen sollte, und dann das Messer auf den Kopf runterdrücken sollte und des Rückgrats entlang schneiden sollte. Mensch das knackste so furchtbar, dass mir ganz angst und bange wurde. Aber Marc machte das toll, ich konnte eh kaum hinsehen, aber ich denke er hat das sicher super gelöst.

Fisch zubereiten auf hoher See und eine wahrlich scharfe Überraschung
Dann kam die dritte Aufgabe: eine Fischmahlzeit zubereiten. Nun sei hier mal gesagt das wir zu Hause nur immer zwei Fischgerichte zubereiten: Fischstäbchen und Scholle in Weißweinsauce. Und wir sahen gleich ein, dass uns diese Erfahrungen hier nicht weiterhelfen würden. Um uns herum hatte man allerhand Gewürze aufgebaut und Eier, Mehl, Tomaten, Zwiebeln… Aber was ein kreativer Koch werden will der fängt eben mal an zu kochen und schaut dann was rauskommt, dachten wir uns zumindest so. Ich übernahm diesmal die Regie, und wir köchelten los. Es ging zwar nicht auf Zeit aber irgendwie gaben dann doch alle Gas. Und da ich persönlich ziemlich auf Paprikapulver stehe, zögerte ich auch nicht genügend davon zu verwenden. Susanne hatte dieselbe Idee und nahm auch reichlich davon. Sollte ja nach was schmecken det Janze. Der Fischer durfte dann probieren und sollte sein Urteil fällen wer das bessere Gericht aus dem Fisch zubereitet hatte. Er kostete von jedem Teller zwei Mal – was wir im Nachhinein als sehr sehr mutig anrechnen, aber dazu später – und ließ sich jeden Bissen auf der Zunge zergehen. Dann verkündete er das Ergebnis: beim Netzeinholen hatten wir den Punkt, beim Fischausnehmen hatten Susanne und Meik den Punkt. Also Gleichstand und das gekochte Essen sollte die Entscheidung bringen. Ganz ehrlich: Marc und ich machten uns keine Hoffnung das ausgerechnet wir diesen Punkt erhalten sollten. Denn Susanne arbeitet ja bei einem Verkaufssender bei dem sie Küchengeräte vorstellt und dabei sehr oft kocht. Gegen einen Profi anzutreten und dann auch noch gerade da den Entscheidungspunkt zu holen erschien unwahrscheinlich. Aber dann das: der Fischer meinte das unser Essen das bessere war!!!!! Kaum zu fassen, ich japste nach Luft und meinte gleich zu Marc „Wenn das meine Mama erfährt das ich im kochen gewonnen hab, wird sie das kaum glauben können. Ausgerechnet ich!“. Marc freute sich auch irre und bat dann darum das wir unsere Essen nun auch selbst würden verspeisen dürfen. Ein Fehler!!! Gierig warfen wir uns auf den Fisch – und dann standen vier Leute mit Tränen in den Augen und vollen Backen auf dem Schiff und bekamen rote Köpfe …. das Paprikapulver war kein Paprikapulver sondern CHILI!!!! Mein Gott, keine Ahnung wie der Fischer noch was vom Fisch geschmeckt haben mochte – das Essen war grässlich weil einfach nur scharf und sonst nix. Puhhhh……Als Gewinner des Bonusspiels würden wir übrigens am kommenden Tag 30 Kilometer Vorsprung auf Susanne und Meik bekommen.

Mit einer Segelyacht in den Sonnenuntergang
Nach dem Spiel dann die Überraschung: wir vier durften auf eine tolle kleine Segelyacht umsteigen und mit dieser den Baikal überqueren! Wir waren sprachlos und freuten uns unheimlich. Denn auch die Übernachtung hatten wir auf dem Schiff und in wenigen Stunden sollte Marc’s Geburtstag sein. Was für ein gelungener Purzeltag! Wir freuten uns sehr. Die Fahrt über den See schlug dann aber doch ein wenig auf den Magen – nach dem ganzen Autofahren war man Seegang nun wirklich nicht gewohnt. Aber der Ausblick vom Schiff und die gute Luft entschädigten für den rumorenden Magen. Ein Schlückchen Wodka half dann auch dabei und um Mitternacht standen wir mit den zwei Skippern auf dem Deck und prosteten Marc’s Geburtstag zu. Der Skipper schoß eine Leuchtrakete ab und schenkte Marc einen Mini Segelanker als Kette. Marc war sprachlos und hatte den wohl tollsten Geburtstag seit langem inmitten einer wundervollen Umgebung, auf einer Segelyacht, mitten in Sibirien, auf dem Baikalsee und kurz vor der Mongolei. Besser konnte es nicht sein. Wir schliefen dann alle fest und tief auf dem schaukelnden Boot und erwachten von der Sonne die in die kleinen Fenster fiel. Boahhhh, tolles Erwachen!

Der letzte Tag in Russland bricht an
Es war sehr sehr kalt draussen und der Nebel lag über dem See. Aber die Sonne spähte schon durch die Wolken und machte Lust auf einen schönen Tag. Marc strahlte wie ein Honigkuchenpferd – und klar als Geburtstagskind musste er heut nicht trampen, ich meldete mich freiwillig als alleinige Tramperin dieses Tages. Und dann bekamen wir die 30 Kilometer Vorsprung und standen dann an der sandigen Strasse gute anderthalb Stunden. Es passierte nichts, war auch nicht so das wir kein Glück mit den Autos hatten, es kam einfach keines ….. Das Warten verkürzten wir uns genüsslich mit einem Blick auf den See in dem das Sonnenlicht nur so schillerte, warfen uns in die wärmende Sonne und hatten viel Spaß mit den Schafen auf der Wiese. Wir konnten ja eh nur warten, und das wollte ich Marc so angenehm wie möglich gestalten an seinem Purzeltag.

Ein Bus brachte das größte Geschenk des Tages
Und dann doch – es hielt ein Kleinbus der schon viele Leute geladen hatte. Wir erklärten ihm unsere Situation und er meinte er würde uns ans Ziel fahren. Da es aber ein kommerzieller Bus war meinten wir, dass wir leider kein Geld für ihn haben. Auch das bejahte er das es in Ordnung gehe. Wir waren im Himmel! Und so ging es über Stock und Stein gute zwei Stunden nach Ulan-Ude. Unterwegs fragte ich den Fahrer ob er uns ans direkte Ziel, die Lenin Statue, bringen könnte, auch das bejahte er. Was für ein Engel!!! Und es geschah alles so wie er gesagt hatte, noch zwanzig Minuten später und wir waren am Ziel. Und das erfreulichste: wir waren die ersten!!! Was für ein Geschenk für Marc. Die Freude war immens, hatten wir doch die erste und die letzte Etappe in Russland gewonnen und nahmen es als gutes Omen nicht aufzugeben auch wenn es zwischendurch mal schwerer ist.

Ein Paar muss gehen und die Geburtstagstorte wartet
Am Abend dann wieder eine traurige Kunde: leider hatten es Hans-Jörgen und seine Tochter nicht geschafft rechtzeitig den Weg um den See zu nehmen. Für sie war der „Peking Express“ hier in Ulan-Ude zu Ende. Es war furchtbar traurig denn wie oft hatten sie uns versichert, dass sie gern in die Mongolei gereist wären …. Aber sie sagten auch gleich, dass sie auf eigene Faust weiterreisen würden und sie sich schon jetzt freuen zwei von uns verbliebenen vier Paaren in Peking wieder zu sehen. Für uns Teams die wir noch dabei waren erschien Peking ungefähr so weit entfernt wie der Mond von der Erde, aber wir genossen erstmal diesen einen Moment und wollten uns am nächsten Tag Gedanken um die Mongolei machen. Marc bekam noch eine schicke Torte und später im Tentcamp futterten wir alle wie die Wilden und schliefen hinein – in den Tag des Grenzübertritts in die Mongolei …..